Wärmeprozessoptimierung & Pinch-Analyse für die Chemie- und ProzessindustrieIhre Anlage verschenkt Wärme. Wir finden sie.

Mit systematischer Wärmestromanalyse bestimmen wir, wie viel Energie Ihr Prozess wirklich braucht – und entwickeln konkrete, wirtschaftliche Maßnahmen, um dorthin zu kommen. Für niedrigere Energiekosten heute und eine dekarbonisierte Wärmeversorgung morgen.

Schematische Composite Curves: heiße und kalte Verbundkurve mit Pinch-Punkt PINCH heiße Ströme kalte Ströme Q_H,min
Composite Curves · T über Ḣschematisch
10–30 %typische Einsparung beim Prozesswärmebedarf
< 1 JahrAmortisation in einem Polypropylen-Projekt
1,5 Mio €Fördermittel für eine Kundenanlage gesichert
seit 2019unabhängig, BAFA-zugelassen
Warum Wärmeströme?

Der größte Hebel steckt selten in einem einzelnen Aggregat.

Prozessanlagen sind über Jahre gewachsene Wärmekaskaden: Hier wird mit Dampf beheizt, ein paar Meter weiter mit Kühlwasser gekühlt. Erst der Blick auf alle heißen und kalten Ströme gemeinsam zeigt, wie viel externe Energie wirklich nötig ist – und wo sie heute unnötig zu- und wieder abgeführt wird.

Energiekosten senken

Weniger Dampf, Gas und Kühlenergie – oft mit kleinen Eingriffen ins Wärmeübertragernetzwerk oder in die Fahrweise.

Dekarbonisierung planbar machen

Wir zeigen, wo Abwärme per Wärmepumpe angehoben und wo Restwärme sinnvoll elektrifiziert werden kann. Mehr erfahren →

Pflichten erfüllen, Förderung sichern

Fundierte Bewertung nach EnEfG / EDL-G – und Maßnahmen, die häufig förderfähig sind.

Die Methode

Pinch-Analyse: erst das Ziel kennen, dann investieren.

Die Pinch-Analyse wurde Anfang der 1980er Jahre von Bodo Linnhoff entwickelt und beruht auf einfachen thermodynamischen Grundsätzen. Aus den Prozessdaten aller Ströme entstehen die Composite Curves. Ihr Abstand zeigt den minimalen Heiz- und Kühlbedarf – bevor ein einziger Wärmeübertrager geplant wird.
Alles zur Pinch-Analyse: Ablauf, Datenbedarf, Ergebnisse →

Minimaler Heizbedarf QH,min–
Minimaler Kühlbedarf QC,min–
Interne Wärmerückgewinnung–
Pinch-Temperatur (heiß / kalt)–

Beispielprozess mit zwei heißen und zwei kalten Strömen. Verschieben Sie ΔTmin: Kleinere Temperaturdifferenzen sparen Energie, benötigen aber mehr Wärmeübertragerfläche – genau diesen Zielkonflikt optimieren wir wirtschaftlich.

Regel 01

Keine Wärme über den Pinch

Jede kW, die vom heißen über den Pinch auf die kalte Seite übertragen wird, muss doppelt bezahlt werden: als Heizung und als Kühlung.

Regel 02

Keine Kühlung oberhalb

Oberhalb des Pinch ist der Prozess ein Wärmeverbraucher. Kühlwasser an dieser Stelle vernichtet nutzbare Wärme.

Regel 03

Keine Heizung unterhalb

Unterhalb des Pinch gibt der Prozess Wärme ab. Dampf an dieser Stelle ersetzt nur Abwärme, die ohnehin da ist.

Möglichkeiten der Pinch-Analyse

Ein Werkzeug, viele Fragestellungen.

Die Pinch-Analyse ist bei uns kein Selbstzweck, sondern das zentrale Werkzeug in einem ganzheitlichen Blick auf Anlagenschema, Betrieb und Energieversorgung.

01

Energie-Targeting

Den thermodynamisch minimalen Heiz- und Kühlbedarf bestimmen und mit dem Ist-Verbrauch vergleichen – das Einsparpotenzial wird messbar.

02

Retrofit des Wärmeübertrager­netzwerks

Pinch-Verletzungen im Bestand finden und mit wenigen, gezielten Änderungen beheben: neue Verschaltung, zusätzliche Wärmeübertrager, Bypässe.

03

Utility-Auswahl & Dampfstufen

Mit der Grand Composite Curve das richtige Temperaturniveau für Dampf, Thermalöl, Heißwasser oder Kälte wählen – statt alles mit Hochdruckdampf zu beheizen.

04

Wärmepumpen & Elektrifizierung

Wärmepumpen korrekt über den Pinch platzieren und die verbleibende Hochtemperaturwärme elektrifizieren – der strukturierte Weg zur CO₂-freien Wärmeversorgung.

Zum Transformationskonzept →
05

Prozessmodifikation

Drücke, Temperaturen, Kolonnen und Reaktorführung so anpassen, dass sich Wärme besser integrieren lässt – oft der größte Hebel bei gewachsenen Anlagen.

06

Standortübergreifend (Total Site)

Abwärme zwischen mehreren Anlagen eines Standorts über das Dampf- oder Heißwassernetz nutzbar machen.

  • Polymere & Kunststoffe
  • Kautschuk
  • Basis- & Petrochemie
  • Spezialchemie
  • Pharma
  • Lebensmittel & Getränke
  • Papier & Zellstoff
  • Kälte- & Ammoniakanlagen
Unsere Herangehensweise

Vom Datenblatt zum Umsetzungsfahrplan in vier Schritten.

Wir arbeiten eng mit Ihren Experten vor Ort. Am Ende stehen keine theoretischen Potenziale, sondern priorisierte Maßnahmen mit Investition, Einsparung und Zeitplan.

  1. SCHRITT 01

    Vorbereitung & Datensammlung

    Die Basis der Analyse – und ein wesentlicher Teil des Aufwands.

    • Abstimmung von Umfang und Setup
    • Erfassung von Prozess- und Betriebsdaten
    • Energie- und Massenbilanzen
    • Validierung mit realen Verbrauchsdaten
  2. SCHRITT 02

    Analyse & Effizienz­bewertung

    Wo liegen die größten Verluste, wo die größten Hebel?

    • Benchmarking der Verbrauchswerte
    • Minimaler Wärmeeinsatz (Targeting)
    • Identifikation der Energieverluste
    • Bewertung des Betriebsverhaltens
  3. SCHRITT 03

    Identifikation von Verbesserungen

    Konkrete Maßnahmen – technisch und wirtschaftlich bewertet.

    • Ideen zur Maximierung der Wärmerückgewinnung
    • Definition konkreter Maßnahmen
    • Technische & wirtschaftliche Machbarkeit
    • Validierung mit Experten vor Ort
  4. SCHRITT 04

    Priorisierung & Fahrplan

    Damit die Potenziale auch realisiert werden.

    • Kosten-Nutzen-Priorisierung
    • Verankerung in Umsetzungsplänen
    • Ressourcen- & Investitionsplanung
    • Beantragung von Fördermitteln
Referenzprojekte

Ergebnisse aus realen Anlagen.

Unsere Kunden sitzen überwiegend in Deutschland, vereinzelt im europäischen Ausland. Eine Auswahl unserer Projekte:

~20 %der gesamten Energiekosten der PP-Produktion
Pinch-Analyse · Polypropylen · Braskem Schkopau

Pinch-Analyse einer Polypropylen-Anlage

Roadmap mit Projekten zur Einsparung von rund 20 % der Energiekosten, identifiziert über eine detaillierte Pinch-Analyse und gemeinsam mit dem Kunden priorisiert. Amortisationszeit unter einem Jahr – mit unmittelbar messbarem Erfolg.

> 30 %Einsparpotenzial, Amortisation 2–3 Jahre
Pinch-Analyse · Kautschuk

Mehrere großtechnische Kautschukanlagen

Wärmestromanalyse über mehrere Anlagen; die erarbeiteten Maßnahmen wurden umgesetzt.

1,5 Mio €Fördermittel aus mehreren Programmen
Förderung · Polykarbonat

Energetische Verbesserung einer Polykarbonat-Anlage

Zweistufige Beantragung für mehrere Vorhaben – vom Förder-Check bis zum Antrag.

> 100 k€jährliche Einsparung – nur durch Steuerungslogik
Betriebsoptimierung · NH₃

Optimierung einer NH₃-Kompressorsteuerung

Abgleich von Leistungsdaten der Kompressoren mit der Anlagensteuerung – ohne Investition in Hardware.

~40 %geringere Energiekosten
Wärmeversorgung · Mittelstand

Integrierte Wärmeversorgung am Produktionsstandort

Gaskessel, Wärmepumpe und Photovoltaik zu einem abgestimmten System kombiniert.

Fachbeiträge & Vorträge

Wir bringen die Methode in die Praxis – und in die Fachwelt.

  • „Pinch-Analyse – Konzepte für Wärmeeffizienz und Dekarbonisierung“, CITplus 11/2023, S. 14
  • Vortrag, 14. VDI Forum Wirtschaft & Wissenschaft: „Pinch-Analyse in Prozessanlagen …“
  • Vortrag, Energieeffizienz-Workshop der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur: „Bestmögliche Abwärmenutzung durch Pinch-Analyse“
Potenzial-Schnellcheck

Was wären 10–30 % für Ihre Anlage wert?

Eine erste Größenordnung – die belastbare Zahl liefert die Pinch-Analyse.

Einsparung Energiekosten / Jahr–
Eingesparte Wärme / Jahr–
Vermiedene CO₂-Emissionen / Jahr–

Annahmen: 10–30 % Einsparung, Erdgas-basierte Wärmeerzeugung mit ca. 0,22 t CO₂/MWh. Reine Orientierung, keine Zusage.

Potenzial genau prüfen lassen
Wer hinter der Analyse steht

Verfahrens­ingenieure mit Industrie­erfahrung.

Die EnPrOpt GmbH mit Standorten in Berlin und Halle/Saale unterstützt seit 2019 unabhängig Unternehmen bei der Optimierung ihrer Energie- und Wärmeprozesse – gemeinsam mit einem über Jahre gewachsenen Expertennetzwerk.

BAFA-zugelassen für Energieaudits nach DIN EN 16247
Zertifizierter interner Auditor für Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001
Energetische Bewertungen nach EnEfG und EDL-G
Porträt Dr. Karsten Liebmann, Geschäftsführer der EnPrOpt GmbH

Dr. Karsten Liebmann

Geschäftsführer · Halle/Saale

Promovierter Systemverfahrenstechniker, über 20 Jahre in leitenden Industriepositionen. Experte für Wärmestromanalysen seit seiner Zeit in Manchester mit Bodo Linnhoff, dem Begründer der Pinch-Analyse. Seit 2019 BAFA-zertifizierter Energieberater.

Porträt Dr. Mathias Tötzke, Geschäftsführer der EnPrOpt GmbH

Dr. Mathias Tötzke

Geschäftsführer · Berlin

Promovierter Verfahrenstechniker und Wirtschaftsingenieur, 20 Jahre Erfahrung in Projektmanagement und Finanzen. Seit 2022 in der Energie- und Prozessberatung, zertifizierter interner Auditor für Energiemanagementsysteme.

Häufige Fragen

Pinch-Analyse kurz erklärt.

Was Betreiber von Prozessanlagen vor einer Wärmeprozessoptimierung am häufigsten wissen möchten.

Was ist eine Pinch-Analyse?

Die Pinch-Analyse ist eine thermodynamisch fundierte Methode zur Wärmeintegration. Aus den Daten aller heißen und kalten Prozessströme werden die Composite Curves erstellt. Daraus ergeben sich der minimal notwendige Heiz- und Kühlbedarf einer Anlage sowie der Pinch-Punkt – die Engstelle, an der keine Wärme übertragen werden darf. So lässt sich das Einsparpotenzial bestimmen, bevor investiert wird.

Für welche Anlagen lohnt sich eine Wärmeprozessoptimierung?

Besonders für Anlagen mit vielen gleichzeitig zu heizenden und zu kühlenden Strömen und einem nennenswerten Prozesswärmebedarf – typisch in der Chemie- und Petrochemie, bei Polymeren und Kautschuk, in der Pharma-, Lebensmittel- sowie Papierindustrie. Gewachsene Bestandsanlagen bieten erfahrungsgemäß 10–30 % Einsparpotenzial beim Prozesswärmebedarf.

Welche Daten werden für eine Pinch-Analyse benötigt?

Für jeden relevanten Strom werden Ein- und Austrittstemperaturen, Massenströme bzw. Wärmekapazitätsströme sowie die eingesetzten Energieträger (Dampf, Thermalöl, Kühlwasser, Kälte) benötigt. Quellen sind Verfahrensfließbilder, Prozessleitsystem, Messdaten und ggf. Prozesssimulationen. Wir unterstützen bei Erfassung, Bilanzierung und Plausibilisierung.

Was unterscheidet die Pinch-Analyse von einem Energieaudit?

Ein Energieaudit nach DIN EN 16247 bewertet den Energieeinsatz eines Unternehmens insgesamt. Die Pinch-Analyse geht für Prozessanlagen deutlich tiefer: Sie bestimmt das thermodynamische Optimum der Wärmerückgewinnung und leitet daraus konkrete Änderungen am Wärmeübertragernetzwerk, an Utilities und am Prozess ab. Beides lässt sich sinnvoll kombinieren.

Ist eine Pinch-Analyse förderfähig?

Konzepte und Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Dekarbonisierung der Prozesswärme sind häufig über Bundesförderprogramme förderfähig, etwa die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (BAFA/KfW). Wir prüfen die Fördermöglichkeiten im Erstgespräch und übernehmen auf Wunsch die Antragstellung.

Kontakt

Sprechen wir über Ihre Wärmeströme.

Ein unverbindliches Erstgespräch genügt meist, um einzuschätzen, ob und wie viel eine Pinch-Analyse für Ihre Anlage bringt.

So geht es weiter

  1. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.
  2. 30-minütiges Erstgespräch zu Anlage, Energieträgern und Zielen.
  3. Sie erhalten einen Vorschlag für Umfang, Datenbedarf und Aufwand.
Worum geht es? (Mehrfachauswahl)
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