Energie-Targeting
Den thermodynamisch minimalen Heiz- und Kühlbedarf bestimmen und mit dem Ist-Verbrauch vergleichen – das Einsparpotenzial wird messbar.
Mit systematischer Wärmestromanalyse bestimmen wir, wie viel Energie Ihr Prozess wirklich braucht – und entwickeln konkrete, wirtschaftliche Maßnahmen, um dorthin zu kommen. Für niedrigere Energiekosten heute und eine dekarbonisierte Wärmeversorgung morgen.
Prozessanlagen sind über Jahre gewachsene Wärmekaskaden: Hier wird mit Dampf beheizt, ein paar Meter weiter mit Kühlwasser gekühlt. Erst der Blick auf alle heißen und kalten Ströme gemeinsam zeigt, wie viel externe Energie wirklich nötig ist – und wo sie heute unnötig zu- und wieder abgeführt wird.
Weniger Dampf, Gas und Kühlenergie – oft mit kleinen Eingriffen ins Wärmeübertragernetzwerk oder in die Fahrweise.
Wir zeigen, wo Abwärme per Wärmepumpe angehoben und wo Restwärme sinnvoll elektrifiziert werden kann. Mehr erfahren →
Fundierte Bewertung nach EnEfG / EDL-G – und Maßnahmen, die häufig förderfähig sind.
Die Pinch-Analyse wurde Anfang der 1980er Jahre von Bodo Linnhoff entwickelt und beruht auf einfachen thermodynamischen Grundsätzen. Aus den Prozessdaten aller Ströme entstehen die Composite Curves. Ihr Abstand zeigt den minimalen Heiz- und Kühlbedarf – bevor ein einziger Wärmeübertrager geplant wird.
Alles zur Pinch-Analyse: Ablauf, Datenbedarf, Ergebnisse →
Beispielprozess mit zwei heißen und zwei kalten Strömen. Verschieben Sie ΔTmin: Kleinere Temperaturdifferenzen sparen Energie, benötigen aber mehr Wärmeübertragerfläche – genau diesen Zielkonflikt optimieren wir wirtschaftlich.
Jede kW, die vom heißen über den Pinch auf die kalte Seite übertragen wird, muss doppelt bezahlt werden: als Heizung und als Kühlung.
Oberhalb des Pinch ist der Prozess ein Wärmeverbraucher. Kühlwasser an dieser Stelle vernichtet nutzbare Wärme.
Unterhalb des Pinch gibt der Prozess Wärme ab. Dampf an dieser Stelle ersetzt nur Abwärme, die ohnehin da ist.
Die Pinch-Analyse ist bei uns kein Selbstzweck, sondern das zentrale Werkzeug in einem ganzheitlichen Blick auf Anlagenschema, Betrieb und Energieversorgung.
Den thermodynamisch minimalen Heiz- und Kühlbedarf bestimmen und mit dem Ist-Verbrauch vergleichen – das Einsparpotenzial wird messbar.
Pinch-Verletzungen im Bestand finden und mit wenigen, gezielten Änderungen beheben: neue Verschaltung, zusätzliche Wärmeübertrager, Bypässe.
Mit der Grand Composite Curve das richtige Temperaturniveau für Dampf, Thermalöl, Heißwasser oder Kälte wählen – statt alles mit Hochdruckdampf zu beheizen.
Wärmepumpen korrekt über den Pinch platzieren und die verbleibende Hochtemperaturwärme elektrifizieren – der strukturierte Weg zur CO₂-freien Wärmeversorgung.
Zum Transformationskonzept →Drücke, Temperaturen, Kolonnen und Reaktorführung so anpassen, dass sich Wärme besser integrieren lässt – oft der größte Hebel bei gewachsenen Anlagen.
Abwärme zwischen mehreren Anlagen eines Standorts über das Dampf- oder Heißwassernetz nutzbar machen.
Wir arbeiten eng mit Ihren Experten vor Ort. Am Ende stehen keine theoretischen Potenziale, sondern priorisierte Maßnahmen mit Investition, Einsparung und Zeitplan.
Die Basis der Analyse – und ein wesentlicher Teil des Aufwands.
Wo liegen die größten Verluste, wo die größten Hebel?
Konkrete Maßnahmen – technisch und wirtschaftlich bewertet.
Damit die Potenziale auch realisiert werden.
Unsere Kunden sitzen überwiegend in Deutschland, vereinzelt im europäischen Ausland. Eine Auswahl unserer Projekte:
Roadmap mit Projekten zur Einsparung von rund 20 % der Energiekosten, identifiziert über eine detaillierte Pinch-Analyse und gemeinsam mit dem Kunden priorisiert. Amortisationszeit unter einem Jahr – mit unmittelbar messbarem Erfolg.
Wärmestromanalyse über mehrere Anlagen; die erarbeiteten Maßnahmen wurden umgesetzt.
Zweistufige Beantragung für mehrere Vorhaben – vom Förder-Check bis zum Antrag.
Abgleich von Leistungsdaten der Kompressoren mit der Anlagensteuerung – ohne Investition in Hardware.
Gaskessel, Wärmepumpe und Photovoltaik zu einem abgestimmten System kombiniert.
Eine erste Größenordnung – die belastbare Zahl liefert die Pinch-Analyse.
Annahmen: 10–30 % Einsparung, Erdgas-basierte Wärmeerzeugung mit ca. 0,22 t CO₂/MWh. Reine Orientierung, keine Zusage.
Potenzial genau prüfen lassenDie EnPrOpt GmbH mit Standorten in Berlin und Halle/Saale unterstützt seit 2019 unabhängig Unternehmen bei der Optimierung ihrer Energie- und Wärmeprozesse – gemeinsam mit einem über Jahre gewachsenen Expertennetzwerk.
Promovierter Systemverfahrenstechniker, über 20 Jahre in leitenden Industriepositionen. Experte für Wärmestromanalysen seit seiner Zeit in Manchester mit Bodo Linnhoff, dem Begründer der Pinch-Analyse. Seit 2019 BAFA-zertifizierter Energieberater.
Promovierter Verfahrenstechniker und Wirtschaftsingenieur, 20 Jahre Erfahrung in Projektmanagement und Finanzen. Seit 2022 in der Energie- und Prozessberatung, zertifizierter interner Auditor für Energiemanagementsysteme.
Was Betreiber von Prozessanlagen vor einer Wärmeprozessoptimierung am häufigsten wissen möchten.
Die Pinch-Analyse ist eine thermodynamisch fundierte Methode zur Wärmeintegration. Aus den Daten aller heißen und kalten Prozessströme werden die Composite Curves erstellt. Daraus ergeben sich der minimal notwendige Heiz- und Kühlbedarf einer Anlage sowie der Pinch-Punkt – die Engstelle, an der keine Wärme übertragen werden darf. So lässt sich das Einsparpotenzial bestimmen, bevor investiert wird.
Besonders für Anlagen mit vielen gleichzeitig zu heizenden und zu kühlenden Strömen und einem nennenswerten Prozesswärmebedarf – typisch in der Chemie- und Petrochemie, bei Polymeren und Kautschuk, in der Pharma-, Lebensmittel- sowie Papierindustrie. Gewachsene Bestandsanlagen bieten erfahrungsgemäß 10–30 % Einsparpotenzial beim Prozesswärmebedarf.
Für jeden relevanten Strom werden Ein- und Austrittstemperaturen, Massenströme bzw. Wärmekapazitätsströme sowie die eingesetzten Energieträger (Dampf, Thermalöl, Kühlwasser, Kälte) benötigt. Quellen sind Verfahrensfließbilder, Prozessleitsystem, Messdaten und ggf. Prozesssimulationen. Wir unterstützen bei Erfassung, Bilanzierung und Plausibilisierung.
Ein Energieaudit nach DIN EN 16247 bewertet den Energieeinsatz eines Unternehmens insgesamt. Die Pinch-Analyse geht für Prozessanlagen deutlich tiefer: Sie bestimmt das thermodynamische Optimum der Wärmerückgewinnung und leitet daraus konkrete Änderungen am Wärmeübertragernetzwerk, an Utilities und am Prozess ab. Beides lässt sich sinnvoll kombinieren.
Konzepte und Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Dekarbonisierung der Prozesswärme sind häufig über Bundesförderprogramme förderfähig, etwa die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (BAFA/KfW). Wir prüfen die Fördermöglichkeiten im Erstgespräch und übernehmen auf Wunsch die Antragstellung.
Ein unverbindliches Erstgespräch genügt meist, um einzuschätzen, ob und wie viel eine Pinch-Analyse für Ihre Anlage bringt.